Spielzone – Dokumentation über Computerspielsucht

In vielen Familien führt das stundenlange Spiel von Kindern und Jugendlichen in virtuellen Computerwelten tagtäglich zu Auseinandersetzungen. Doch dieser Kleinkrieg um den Versuch, die Kids aus dem Sog herauszuholen, ist längst keine Privatangelegenheit mehr. Heide Breitel fragt, warum immer mehr Kinder und Jugendliche computersüchtig werden und welche Konsequenzen diese moderne Krankheit für ihre Psyche und die Entwicklung ihres Gehirns hat.

Am 3. Juni 2008 hat arte eine interessante Dokumentation über Computerspielsucht ausgestrahlt.

Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann beschreibt darin die Sinnsuche der meist männlichen Spielern recht treffend, wenn auch etwas romantisierend.

  • Spielzone bei arte
  • Studie zu Pornographie und neue Medien

    Zwar schon etwas älter, aber sollte hier nicht fehlen: ProFamilia Rheinland-Pfalz hat den Umgang von Jugendlichen mit pornographischen Inhalten im Internet untersucht. Interessant ist, dass dabei auch 11jährige befragt wurden, die durchaus Erfahrungen mit Pornographie im Internet haben. Dies deckt sich mit meinen Erfahrungen aus der Praxis, wo ich immer wieder Gespräche mit 10-11jährigen über ihre Erkundungen im Internet führe. Viele kennen einschlägige Pornoseiten, nennen URLs, und erzählen, was sie da so zu sehen bekommen. Pornographie auf Handys (Filmsequenzen oder Spiele) spielt dann nach meiner Erfahrung erst etwas später ein Rolle (ca. ab 13 J.).

    Welche Auswirkung ein so früher Konsum von Pornographie auf die sexuelle Identität der Jugendlichen haben wird, kann in seinem gesamten Ausmaß wohl erst in einigen Jahren erkannt werden.

    Hier kann die Studie heruntergeladen werden.

    (via Medienpädagogik Praxis)

    Böse Jungs! Sind Jungen schlechte Menschen?

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    Fachtag der LAGJ-Baden-Württemberg am 1. April 2008 in Stuttgart. In den Workshops sind mit dabei:

    1. Uwe Seitz: „Arbeit mit straffälligen Jugendlichen in sozialen Trainingskursen in der Jugendhilfe“
    2. Armin Krohe-Amann: „Geschlechterdifferenzierende Arbeit mit Jungen an Schulen“
    3. Gerhard Dinger: „Die Arbeit mit rechtsradikalen Jugendlichen“
    4. Gökay Sofuoglu: „Migrationssensible Arbeit mit Jungen (mit Migrationshintergrund)“
    5. Christof Georgi: „Die Arbeit mit Jungen in der offenen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit“

    Jungen und junge Männer als geschlechtshomogene Gruppe geraten dann in die Schlagzeilen, wenn Aggression, Gewalt und Kriminalität im Mittelpunkt stehen. In diesem Kontext rücken häufig auch Jungen mit Migrationshintergrund in das Zentrum des Interesse. Diese sind in den einschlägigen Statistiken zu Gewalt und Kriminalität überproportional vertreten. Wobei Hintergründe der Zahlen dabei selten dargestellt oder diskutiert werden. Auch nicht, dass die Mehrheit der Jungen, mit und ohne Migrationshintergrund, nicht mit gewaltaffinem Handeln auffällt.

    Dennoch ist der Zusammenhang zwischen Entwicklung und Vergesellschaftung einerseits und Gewalt und Kriminalität andererseits gegeben.
    Für Fachkräfte aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (schulisch und außerschulisch) insbesondere aus der Jungenarbeit stellt sich immer die Frage, wie dem Gewaltphänomen in der Praxis begegnet werden kann. Muss Aggression, Gewalt und Kriminalität in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt werden, obwohl dies nur eine Minderheit der Jungen betrifft? Klar ist, dass Gewalt in seinen unterschiedlichen Facetten begegnet werden muss.

    Die Anmeldegebühr beträgt 29 Euro. Weitere Infos unter www.lag-jungenarbeit.de.

    Scary Guy in Deutschland

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    Wie ich soeben bei Spiegel Online lesen durfte, kommt Scary Guy nach Deutschland. Der komplett tätowierte Amerikaner, Motivationstrainer und Sozialarbeiter wird einige Vorträge in Deutschland geben.

    Bisherige Auftritte vom Scary Guy in Darmstadt und Ludwigshafen Ende 2007 wurden vom Network ROPE organisiert.

    Ich habe Scary Guy bisher nur in einer Dokumentation von Arte gesehen und war beeindruckt. Zum einen schockiert Scary Guy durch sein Äußeres, schafft es aber innerhalb von wenigen Augenblicke eine Beziehung zu seinen jugendlichen Zuhörern aufzubauen. Mit Aufrichtigkeit und Respekt den Jugendlichen gegenüber schafft er es, genau dies von ihnen einzufordern und so gegen Vorurteile, Gewaltbereitschaft und Hass vorzugehen. Er agiert dabei nach dem Prinzip „Haltung statt Methode“, das mir immer wieder wichtig scheint in der Arbeit mit schwierigen Jungs und Jugendlichen.

    Boy’s Day

    Neue Wege für Jungs

    Alternativ zum seit Jahren etablierten „Girl’s Day“, soll es ab sofort auch jedes Jahr einen „Boy’s Day“ am letzten Aprilwochenende geben. Am Boy’s Day sollen Jungs Einblicke in Berufsfelder erhalten, die vorwiegend von Frauen besetzt sind, also vor allem Berufe im sozialen und erzieherischen Bereich in entsprechenden Einrichtungen wie z. B. Kindergärten, Alten- und Pflegeheimen, Behindertenhilfe.

    2007 war ein Modellversuch in vier Modellregionen vorausgegangen (Region Ostwürttemberg, Esslingen, Tübingen, Reutlingen) . Freiburg oder der Südbadische Raum sind bisher nicht vertreten.

    Kicken und Lesen

    Kicken und Lesen

    Unter dem Titel „Kicken und Lesen“ schreibt die Landesstiftung Baden-Württemberg in Kooperation mit dem VfB Stuttgart Projektgelder für die Förderung der Lesekompetenz von Jungs aus. Unter anderem die PISA-Studien haben gezeigt, dass Jungs weniger lesen als Mädchen, und wenn sie lesen, dann lesen sie ander(e)s. Pünktlich zum EM-Jahr wird das Thema jetzt mit dem Dauerbrenner Fußball verbunden und vielleicht entstehen ja interessante Projekte für Jungs.

    Die Projektgelder gibt es natürlich nur für Projekte in Baden-Württemberg.

    Das Tier im Muttersöhnchen

    Interessanter Artikel von Johannes Voswinkel bei der Zeit über das Selbstbild russischer Männer (und somit auch männlicher Spätaussiedler in Deutschland), das zwischen selbstverliebten Macho und gemütlichem Bären schwankt. Deprimierendes Fazit des Artikel ist, dass die Hoffnungen auf Änderung dieses Selbstbildes vor allem auf den russischen Frauen ruhen.

    Das Land, in dem der Präsident seine Muskeln zeigt: In Wladimir Putins Russland gefallen sich die Männer noch immer in der Rolle des selbstverliebten Machos.

    JIM-Studie 2007 erschienen

    Kürzlich ist die neue JIM-Studie für das Jahr 2007 erschienen. Schwerpunkt dieser Ausgabe war die Handynutzung durch Jugendliche, aber auch deren Missbrauch. In der Regel ist die Druckausgabe sehr schnell vergriffen, also beeilen oder die Studie als PDF downloaden.

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    Handymissbrauch steigt an

    94 Prozent aller Jugendlichen haben aktuell ein Mobiltelefon. Die breite Ausstattung technischer Möglichkeiten wie Datentausch oder Foto- und Videofunktionen ermöglicht dabei zunehmend missbräuchliche Anwendungen. 29 Prozent der Handybesitzer zwischen zwölf und 19 Jahren haben schon einmal mitbekommen, dass eine Schlägerei mit dem Handy gefilmt wurde. Mit einer Zunahme von 12 Prozentpunkten gegenüber 2006 hat sich dieser Wert fast verdoppelt. Inzwischen ist jeder dritte Junge und jedes vierte Mädchen mit diesem unter dem Namen „happy slapping“ bekannten Phänomen in Berührung gekommen. Hauptschüler berichten häufiger von solchen Vorkommnissen als Realschüler und Gymnasiasten.

    Ein Drittel der jugendlichen Handybesitzer hat im Freundeskreis den Austausch von gewalthaltigen oder pornografischen Inhalten mitbekommen. Jeder zehnte Jugendliche war selbst betroffen und bekam solche jugendgefährdenden Inhalte auf sein Handy geschickt. Der Datenaustausch wird durch die gute Ausstattung der Handys begünstigt – zwei Drittel aller Jugendlichen haben ein Handy mit Bluetoothschnittstelle, die den kostenfreien Austausch ermöglicht. Vier von fünf Jugendlichen können mit ihrem Handy ins Internet gehen und haben eine integrierte Kamera.

    Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest bildet seit 1998 das Medien- und Freizeitverhalten der Jugendlichen zwischen zwölf bis 19 Jahren in Deutschland ab. Für die repräsentative Studie werden ca. 1.200 Jugendliche befragt. Die Gesamtergebnisse der 2007 zum zehnten Mal erhobenen Studie wurden heute in Mannheim vorgestellt.